Peter Gülke & Klenke Quartett: Gesprächskonzert „Licht und Schatten“

Peter Gülke

Musikgymnasium Schloss Belvedere

Peter Gülke & Klenke Quartett

Gesprächskonzert „Licht und Schatten“

Mieczysław Weinberg
Streichquartett Nr. 5 op. 27

Felix Mendelssohn
Streichquartett e-Moll op. 44/2

Das Leben Felix Mendelssohns dürfen wir uns als heiter und vom Glück begünstigt vorstellen. Zugleich war Mendelssohn – wie viele assimilierte Juden auf der Suche nach Akzeptanz durch die skeptische Gesellschaft – getrieben von Ruhelosigkeit, die sich bis zur Hyperaktivität auswuchs. Seine Musik, in Summe ebenfalls von heiterer Stimmung, spiegelt mit ihrer pulsierenden Rastlosigkeit diese Spannung. Vom tiefen Schatten, den der frühe Tod der geliebten Schwester auf sein helles Leben warf, erholte sich Mendelssohn nicht — er folgte ihr nach nur sechs Monaten im Alter von 38 Jahren.

Jedes Licht hat seinen Schatten, und jeder Schatten hat einen folgenden Morgen.
[Nicolaus Copernicus]

Dem polnischen Juden Mieczysław Weinberg, 1919 in Warschau geboren, blieb die Möglichkeit einer schmerzarmen Assimilation verwehrt. Der brutale Einfall Nazideutschlands teilte sein Leben abrupt in Licht und Schatten. Den Jahren einer unbeschwerten Jugend mit ersten Erfolgen als Klaviervirtuose, der „besten und glücklichsten Zeit“ seines Lebens, schlossen sich die Flucht nach Osten, der Verlust seiner Familie und eine Irrfahrt an, die ihn zunächst nach Minsk, dann nach Taschkent und schließlich nach Moskau führte, wo er bis an sein Lebensende blieb. Seine kompositorische Produktivität lässt angesichts dieser Lebensumstände erstaunen. Mehrere Opern, 21 Symphonien und 17 Streichquartette sind das Ergebnis der Flucht vor den erlittenen Schrecken. Seine Musik, die zwischen tiefer Trauer und funkelndem Witz oszilliert, spielt immer wieder mit jüdischer Folklore und passt dennoch in keine Schublade, „weil sie so vielfältig und überraschend ist – und immer überwältigend gut. Die Musikwelt kann sich glücklich schätzen, einen Komponisten wie Weinberg wiederentdeckt zu haben.“ (BR Klassik)

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Eintritt: 20 € /16 € | Schüler und Studenten: 5 €