Rückblick

Monika Henschel & Klenke Quartett

| Weimar | Jakobskirche

Monika Henschel (Foto: Stefanie Roth)
Monika Henschel (Foto: Stefanie Roth)

MONIKA HENSCHEL (Viola)
KLENKE QUARTETT

Franz Schubert
Ouvertüre c-Moll D8a (Fassung für Streichquartett)

Felix Mendelssohn
Streichquartett Es-Dur op. 12

Emilie Mayer
Streichquintett Nr. 1 d-Moll

Ein solches Concertprogramm, ganz von weiblicher Hand ins Leben gerufen, ist, nach unserer Erfahrung und Kenntnis wenigstens, ein unicum in der musikalischen Weltgeschichte.

Vossische Zeitung über Emilie Mayer (April 1850)

Gibt es einen speziellen weiblichen Klang? Das Publikum darf dieser Frage nachspüren und seine eigene Antwort finden, wenn das 1. Streichquintett der Komponistin Emilie Mayer durch das rein weiblich besetzte Klenke Quartett und die Bratschistin Monika Henschel zur Aufführung kommt. In die Reihe der zwischen 1809 und 1813 geborenen Hochbegabten gehörig – Mendelssohn, Schumann, Chopin, Liszt, Wagner, Verdi –, fand sich Emilie Mayer einem Hochgebirge kanonischer Werke gegenüber, mit denen sich zu vergleichen aussichtslos schien – zumal unter dem grundsätzlichen Vorbehalt ihrer Zeitgenossen, dass künstlerische Schaffenskraft eine rein männliche Domäne sei. Mayer hat den Vergleich nicht gescheut, und ihre Werke – darunter acht Sinfonien und sechs Streichquartette – bestehen ihn mühelos.

Monika Henschel ist Gründungsmitglied des vielfach international ausgezeichneten Henschel Quartetts und als Kammermusikerin auf den internationalen Konzertpodien zuhause. Die beiden Festivals des Henschel Quartetts, das Streicherfestival Seligenstadt und Hicsum in Dänemark, haben sich zu jours fixes für das internationale Kennerpublikum entwickelt. Regelmäßige Meisterklassen tragen dem großen Engagement von Monika Henschel als Pädagogin Rechnung. Darüber hinaus ist sie Präsidentin des Verbands der Streichquartette und Kammermusik-Ensembles VdSQ und Mitglied der Fachausschüsse für Bildung und Nachhaltigkeit des Deutschen Kulturrats.

Peter Gülke (* 29. April 1934; † 26. April 2026)

Peter Gülke

* 29. April 1934; † 26. April 2026

Seit 2018 bereicherte Peter Gülke die Konzertreihe AUFTAKT regelmäßig mit seinen vom Publikum hochgeschätzten Gesprächskonzerten. Auch dieser Kammermusikabend war als Gesprächskonzert geplant; die Nachricht vom Tod Peter Gülkes durchkreuzt solches Planen nun für immer.

Peter Gülkes Leben und Schaffen kann als Grenzgang beschrieben werden: Da ist zunächst der biografische Weg von Ost nach West und wieder zurück in den Osten mit Weimar als Ausgangs- und Zielpunkt, dem sich eine zweite Grenzüberschreitung zugesellte: die selten so beeindruckend wie bei Peter Gülke geglückte Doppelexistenz als Musiker und Musikwissenschaftler. 1934 in Weimar geboren, studierte er an der hiesigen Franz-Liszt-Hochschule Musik, und trotz (wohl zu Recht) unterstelltem Mangel an Systemkonformität brachte er es, nach Zwischenstationen in Rudolstadt, Stendal, Potsdam, Stralsund und Dresden, bis zum Generalmusikdirektor der Staatskapelle Weimar. 1975 machte er erstmals als Musikwissenschaftler auf sich aufmerksam – mit dem heute als Klassiker gehandelten Buch über die Musik des europäischen Mittelalters „Mönche, Bürger, Minnesänger“. Von einem Gastspiel, das ihn 1983 nach Hamburg führte, kehrte Peter Gülke nicht in die DDR zurück. Nach seiner Habilitation an der TU Berlin fand der Musikpraktiker einen neuen Schaffensort in Wuppertal, während der Theoretiker vielbeachtete Studien zu Brahms, Bruckner und Schubert veröffentlichte. Die Liste der ihm zugedachten Ehrungen ist lang und verzeichnet für die jüngere Vergangenheit den Ernst von Siemens Musikpreis und das Bundesverdienstkreuz am Bande. Zuletzt war Peter Gülke Chefdirigent der Brandenburger Symphoniker.

Wer dem Menschen Peter Gülke näherkommen möchte, sei auf sein letztes, gerade erschienenes Buch „Menschen Zeiten Musik“ verwiesen, in dem er sein Leben als Musiker und politisch denkender Zeitgenosse in pointierten Betrachtungen reflektiert. Mit Peter Gülke verliert das Klenke Quartett einen wertvollen Wegbegleiter und wichtigen Freund. Seine Abwesenheit wird nicht auszugleichen sein, aber die Fehlstellen dieses Konzerts mit Musik von Franz Schubert ausgefüllt zu wissen, wird ihn gefreut haben.

Eintritt: 27 € /22 € | Schüler und Studenten: 5 €

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